top of page

Argumentarium

VERAS ist ein verkehrspolitisches Mammutprojekt
Mit Pfister-Brücke, Umfahrungstunnel, neuen Strassenachsen, Knoten, Anschlüssen und grossen Eingriffen in Siedlungs- und Landschaftsräume gehört VERAS zu den grössten Strassenprojekten der Aargauer Geschichte. Statt die Ursachen der Verkehrsprobleme anzugehen, setzt das Projekt auf noch mehr Strassenkapazität und verstärkt damit genau jene Entwicklung, die den Verkehr weiter wachsen lässt.

Das teuerste Tiefbauprojekt der Kantonsgeschichte

VERAS kostet 384 Millionen Franken. Damit ist es das teuerste Tiefbauprojekt, das der Kanton Aargau je geplant hat. Zum Vergleich: Umfahrung Mellingen: 37 Mio. Tunnel Lenzburg: 63 Mio. Umfahrung Bad Zurzach: 86 Mio. Umfahrung Sins: 88 Mio. VERAS ist damit vier- bis zehnmal teurer als vergleichbare Umfahrungsprojekte.

Die Kosten laufen aus dem Ruder

Ursprünglich wurde mit rund 207 Millionen Franken gerechnet. Heute liegen die Kosten bei 384 Millionen Franken, eine Steigerung um 85 %. Erfahrungen mit Grossprojekten zeigen zudem: Die Endkosten steigen oft weiter an. Allein der Kanton müsste rund 263 Millionen Franken tragen. Dieses Geld fehlt später bei anderen Projekten in den Bereichen Bahn, Velo oder regionale Infrastruktur.

Viel Geld für wenig Wirkung

Während Projekte wie in Mellingen, Sins oder Bad Zurzach den Durchgangsverkehr um über 90 % reduzieren konnten, bleiben in Suhr trotz VERAS weiterhin rund 13’000 Fahrten pro Tag bestehen. Die Kantonsstrasse bleibt erhalten, Tempo 50 bleibt bestehen und echte Aufenthaltsqualität entsteht kaum.

Der Verkehr wächst gar NICHT

Die offizielle Begründung für VERAS lautet «stetig wachsender Verkehr». Die kantonalen Messdaten zeigen jedoch das Gegenteil: Bernstrasse Ost: –10 % Bernstrasse West: –1 % Gränicherstrasse: –4 % Es gibt keinen Hinweis auf ein massives Verkehrswachstum, das ein Projekt dieser Grössenordnung rechtfertigen würde.

Die Hälfte des Verkehrs ist hausgemacht

Viele Fahrten im Raum Suhr sind kurze lokale Wege zwischen Nachbargemeinden. Ein grosser Teil aller Autofahrten im Aargau liegt unter fünf Kilometern. Diese Wege könnten häufig mit Velo, Bus oder Bahn zurückgelegt werden. VERAS setzt jedoch fast ausschliesslich auf das Auto statt auf Alternativen.

Mehr Strassen schaffen mehr Verkehr

Neue Strassen lösen Stau nicht dauerhaft. Sie erzeugen zusätzlichen Verkehr. Genau das zeigen internationale Erfahrungen immer wieder. VERAS macht Autofahren attraktiver und führt langfristig zu: mehr Verkehr, mehr Stau, mehr Lärm, mehr Luftverschmutzung. Die Belastung wird dabei teilweise einfach in andere Gemeinden verschoben – etwa nach Oberentfelden, Hunzenschwil oder Richtung A1.

Die Autobahn ist schon heute überlastet

VERAS lenkt zusätzlichen Verkehr zu den Anschlüssen Aarau Ost und Aarau West. Die A1 gehört bereits heute zu den am stärksten belasteten Autobahnen der Schweiz. Neue Strassen erzeugen neue Engpässe. Auf VERAS wird deshalb früher oder später das nächste Grossprojekt folgen.

Suhr bleibt ein Durchfahrtsort

Trotz Umfahrung bleibt Suhr stark vom Verkehr geprägt: Die Bernstrasse Ost erhält zusätzliche Kapazität. Die Bernstrasse West bleibt bestehen. Die Tramstrasse im Zentrum bleibt belastet. Die versprochene Verkehrsberuhigung ist deshalb fraglich.

VERAS fördert Zersiedelung

Eine bessere Autoanbindung erhöht den Druck auf neue Überbauungen und Pendlerverkehr, besonders im Wynental. Dadurch wird die Zersiedelung gefördert: mehr Bauen ausserhalb der Zentren, mehr Pendlerverkehr, mehr Flächenverbrauch. Das widerspricht einer modernen Raumplanung mit kurzen Wegen und Entwicklung nach innen.

Wertvolles Kulturland geht verloren

VERAS zerstört über 4,5 Hektaren Fruchtfolgeflächen. Voll kompensiert wird davon nur etwa ein Drittel. Drei Hektaren bestes Ackerland gehen dauerhaft verloren, obwohl eine vollständige Kompensation weniger als 1 % der Projektkosten ausmachen würde.

Öffentlicher Verkehr bleibt Verlierer

Nur rund 3 % der Gesamtkosten fliessen in Velo- und Fussverkehr. Der öffentliche Verkehr wird kaum gestärkt. Dabei fehlt weiterhin: - ein Ausbau der Wynentalbahn, - schnellere Verbindungen nach Aarau - dichtere Takte, attraktivere Anschlüsse. Statt den Verkehr auf nachhaltige Verkehrsmittel zu verlagern, macht VERAS das Auto attraktiver.

bottom of page